Montag, 11. Mai 2015

Das erschütterte Hirn oder zu was einem die Meditationspraxis sonst noch helfen kann

(Dieser Blogtext steht Ihnen auch als Podcast inklusive anschliessendem philosophischem Teil zur Verfügung. Klicken Sie dazu auf das Bild.)


Stellen Sie sich vor: Ich fahre zufrieden auf meinem Bike, meinen Hund mit der rechten Hand an der Leine locker neben mir trabend. Zufrieden deshalb, weil wir 3/4 der Strecke, die wir zum ersten Mal machen, ohne Probleme hinter uns haben. Und mein Barry sein Körpergefühl geniesst und sich gut führen lässt. Zufrieden, weil alles in meinem Leben ganz gut läuft! Es ist ein wunderbarer Tag:

Morgens bin ich ohne Wecker genüsslich aufgestanden, habe die Sonne und die Hunde begrüsst, in Ruhe meine grünen Smoothies zubereitet und gefrühstück. Ein herrlicher Tag um den Einführungsvideo für die Tierkommunikation im Alltag aufzunehmen! Ich bin zufrieden. Es ist einfach schön, mein Leben. Es ist der frühe Donnerstag Nachmittag vor zwei Wochen.

Am Abend finde ich mich in einem Spitalbett wieder. Gerade werde ich von einer übereifrigen Schwester (sie war wirklich sehr nett) von der Notfallstation in den 2. Stock gestossen.

Eben war ich doch noch.... im Wald. Glücklich und zufrieden.

Ich meinte, ich hätte alles unter Kontrolle. Und:

KABUMM!

Innert einer Sekunde habe ich die vermeintliche Kontrolle über mein Leben verloren.
Die danach folgenden Details will ich Ihnen ersparen... Vielleicht schreibe ich ein anderes Mal darüber.

Es folgten 2 Hirnüberwachungs-Tage im Spital, danach konnte ich endlich heim. Schnell fand ich heraus, was mein Hirn nicht verträgt. Nämlich alles. Ausser: Schlafen. Viel Schlafen. Und Wasser in Form von Trinken, Duschen oder Baden. Und - wer ahnt's? MEDITIEREN.

In den ersten beiden Tagen habe ich zu meditieren versucht. Es ging nicht. Das heisst - es klappte insofern, dass ich mich beruhigen konnte. Denn ich hätte sonst meine Nerven verloren (hab ich auch fast), als ich bemerkte, dass ich meine Adresse nicht mehr nennen kann und mein Hirn bei Fragen sofort blockiert wird. Und bei der Computertomographie kriegte ich Platzangst.

Aber meine Mantra-Meditation half. Ich wurde ruhig. Spürte mein Team, fühlte mich beschützt. In meiner Mitte kam ich noch nicht an. Aber mein Puls wurde ruhiger.

Ab Sonntag hat sich das geändert. Erst einmal in meiner 15jährigen Meditationspraxis habe ich ein ähnlich, kaum beschreibbares, "heiliges" Erlebnis gehabt:

Der Blick nach innen macht mich innert Sekunden ruhig. Mein Puls fährt sofort runter. Stille, Geborgenheit und kühle Wärme umgibt mich. In meinem Hirn fühlt es sich an, als ob sich die Wellen besänftigen, langsam gebändigt werden. Aaaaaaaahhhh...... ich will mehr... Und Licht kommt dazu. Ein überirdisches Licht, unglaublich heilend, besänftigend, liebend... Auch die letzten Hirnzellen geben auf und geben sich dieser wunderbaren Energie hin.

Seit 8 Tagen bin ich nun wieder zu Hause. Schon alleine dies beruhigt mich und wirkt tröstend. Aber die obigen drei wohltuenden Faktoren sind die, die mich morgens mit einem Lächeln erwachen lassen: Meine Erquickung! Meine Heilquellen.

Jeden Tag bin ich x Mal derart tief dankbar, dass ich das Meditieren "schon kann". Dass ich in dieser mega aussergewöhnlichen Situation mir "zu helfen" wusste. "Einfach" so einige Techniken "zur Hand" habe. Und mir selber damit soviel Gutes tun kann. Ich spüre jedes Mal, dass beim Meditieren mehr passiert, als beim Baden und Schlafen. Hat es damit zu tun, dass ich meine BEWUSSTE Aufmerksamkeit in meine Mitte, zu meiner QUELLE - zu unser aller Quelle! - wende? Und: Habe ich es hier erneut mit der Kraft des BEWUSSTEN Tuns zu tun?

Meine jahrelange Meditationserfahrung mag bestimmt auch dazu führen, dass ich die Heilung als intensiver empfinde. Und zur Tatsache, dass ich nun erst recht noch häufiger meditiere. Weil ich es mir Wert bin.

Und alle meine Alltagssorgen (Kein Arbeiten = kein Einkommen; Fremdversorgung meiner Hunde; Überhaupt das Hilfe-Annehmen; die Kunden auf andere Termine vertrösten; Geduld üben....) kann ich übergeben. Mein Hirn fände es unlogisch; aber irgendwie weiss ich, alles kommt besser. Vielleicht mischt sich mein Hirn diesmal nicht ein, weil es grad mit was anderem beschäftigt ist... der Wiederinstandsetzung.


Liebe Leser: Schon immer konnte ich von Herzen das regelmässige Meditieren empfehlen. Für mehr Gelassenheit im Alltag. Mehr "Nerven". Aber glauben Sie mir. JETZT bekommt diese Empfehlung eine ganz andere Dimension. Ich kann nur sagen: Beginnen Sie JETZT damit! Es ist nie zu spät. Aber bestimmt einfacher, wenn sie es schon können, für Fälle wie solche...

Was haben Sie für Erfahrungen mit Hirnverletzungen? Mit Meditieren? Mit beidem?

Bitte kommentieren Sie im Anschluss - das interessiert mich sehr.

Herzlich, Chantal Perrinjaquet
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