Posts mit dem Label Entscheidungen treffen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Entscheidungen treffen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 29. Juli 2015

Was das Prioritätensetzen mit Freizeit geniessen zu tun hat und wie man nebenbei Glücksgefühle erzeugt.

Wer mir auf Twitter @bewusstbeimir folgt, hat’s mitgekriegt - ich war in diesen Tagen mit meiner
Expo Milano
Mutter in Mailand und habe die Weltausstellung Expo 2015 besucht.

Es hat sehr Spass gemacht, die Präsentationen verschiedener Länder zu geniessen und in deren Energie und Botschaft einzutauchen. So nebenbei habe ich spannende bewusstbeimir-Erkenntnisse gekriegt, welche ich Ihnen nicht vorenthalten möchte!

Um die Bild-Impressionen darüber mitzukriegen, kann die Posts auf Twitter unter #bewusstbeimir und #expo2015 anschauen gehen. In der Podcast-Episode (iTunes „bewusst bei mir“) zu diesem Blogbeitrag werde ich zudem einige Geräusche der Expo miteinbinden.

Also - hier die Story über mein "Super-Adventure" :-D

Der Plan war, drei Tage inklusive An- und Abreise zu investieren, die 1. beiden Tage an der Expo und die paar Stunden vor der Abfahrt am dritten Tag noch den Mailänder Dom zu besuchen. Dieser Plan ging auf. :-D Yes!

Interessant waren die vielen Eindrücke, 
die uns natürlich nicht nur bei der Ankunft in Mailand empfingen, sondern vor allem als geballte Ladung auf dem Messegelände.

Wahnsinnige Bauten
Die erste und zum Glück letzte Odysse erlebten wir nur, weil wir das Metro- und Zugsystem nicht sofort begriffen. Da haben wir einiges an Zeit verloren und waren dann dementsprechend ein wenig frustiert, als wir endlich auf dem Messegelände eintrafen.

Da jedoch wurden wir mit einer Toporganisation überrascht, die nicht im geringsten „italienisch“ ist, finde ich (nichts gegen „the italian way of beeing“… aber in Sachen Organisation sind sie wohl ein wenig entspannter unterwegs als wir Schweizer, nicht wahr? Hier haben sie ihre Professionalität bewiesen, meine Meinung). Unsere Tickets hatte ich schon Tage zuvor elektronisch als QR-Code im Iphone gespeichert gehabt.

Sicherheitshalber fragte ich mich über Twitter bei @askExpo; nicht dass wir ohne ausgedruckte Tickets dann doch keinen Zugang kriegten. Aber meine Sorgen waren umsonst. @askExpo antworte postwendend und sehr einladend, dass der Zugang selbstverständlich auch mit Tickets im Smartphone möglich sei - solange das Ticket gültig ist. Logisch.

Kennen Sie das? 
Zwar oder endlich befindet man sich im Urlaub, und meint, „nichts tun zu müssen“, schon ist man doch wieder mit dem Management von Dingen beschäftigt:

- Ich habe Hunger.
- Meine Beine fühlen sich müde an.
- Wo sind die Toiletten?
- Durst hätte ich eigentlich auch.
- Welchen Pavillion schauen wir zuerst an?
- Hunger! 
- Ausruhen. Biiiitteee.

All dies für sich selber zu koordinieren und Prioritäten in komplett neuem Umfeld zu setzen, ist eine Geschichte. Aber es kommt ja auch die andere dazu: die Geschichte meiner Begleiterin, meinem Mami. Auch sie hat Bedürfnisse und wir zwei somit die Herausforderung, die von uns beiden so zu organisieren, dass es friedlich und ohne Gehässigkeiten von sich geht. Wie das funktioniert? Die Mütter unter Ihnen ahnen es bestimmt schon lange: Jetzt heisst es, zu kommunizieren. Nein, nicht die Gedanken des anderen zu lesen. Kommunizieren. Zusammentragen, welche Bedürfnisse und welche Wünsche da sind. Und dann - wer hätte es gedacht: Prioritäten zu setzen. 

Interessant ist, wie sich während dieser Reise meine ursprünglichen Ziele leicht verändert haben… 
Ich wollte herausfinden, was die Länder an der Expo in folgenden Themen zu präsentieren haben:

- Förderung von Frauenbusiness
- Menschlichkeit
- bewusstbeimir

Nach den ersten Stunden mit obigen Managementherausforderungen habe ich meinem Mami schmunzelnd erklärt, dass ich meine ursprünglichen Expo-Themen im Aussen wohl nicht finden werde. Niemand nahm zu diesen Punkten Stellung. Ausser, dass es "Women-Weeks" gegeben hat, die wir verpasst haben.
Dafür fand ich diese Themen in unserem „Innern“. In der Art und Weise,wie wir mit uns dieses Abenteuer zu erleben entscheiden.

Vor allem das Stichwort „bewusst bei mir“ drängte sich stark vor.
Vor Sonne und Regen sicher - die "Bahnhofstrasse"

Nach der ersten Krisenintervention (Toilette, Hunger), nutzten wir die Gelegenheit, um die Basis unserer Vorgehensweise für diese noch 2,5 Tage zu besprechen. Wir sassen im ersten Restaurant gleich nach dem Eingang (schliesslich hatte es wirklich pressiert und die Prioritäten waren unausgesprochen klar). 

Um uns herum herrschte reges Treiben: 
Familien versuchten halb verzweifelt, ihre individuellen Bedürfnisse zu befriedigen und verständigten sich selbstverständlich schreiend von den Tischen über die Theke hinweg; Kinder quietschten, weinten oder schrien und das Geschirr, welches von den eifrigen Angestellten eingesammelt, gewaschen und verräumt wurde, klapperte und schepperte. Die Gesprächsfetzen, die wir mitkriegten, sagten viel darüber aus, wie die meisten Menschen sich hier organisieren. Unsere stummen Blicke sagten dasselbe aus: WIR machen das bestimmt nicht so.

Von einer vermeintlichen Attraktion zur anderen hüpfen. Stundenlang anstehen, nur um nachher sagen zu können, „da waren wir auch!“. Andere Menschen anrempeln, nur weil wir im Eifer des Gefechtes vergessen, dass wir gar nicht im Krieg sind? Nein. Das wollten wir nicht.

Und so klärten wir, wie wir vorgehen wollten. Sammelten unsere Wünsche, mit dem Wissen, dass es in Ordnung ist, wenn wir nicht jeden Wunsch erfüllen. Und entschieden uns für eine Taktik des Vorwärtskommens: Im Zick-Zack am Hauptstream (heimlich nannten wir diese Hauptachse die „Bahnhofstrasse“) entlang nur diejenigen Pavillons besuchen, die entweder unserem Wunsch entsprachen oder uns besonders erfolgreich lockten. Und wir klärten von Beginn an, dass unsere elementaren Bedürfnisse wie Toilette, Wasser und Hunger, aber vor allem Kaffeepause zu machen ;-D - stets Priorität haben. Und sollten wir etwas "verpassen", soll es wohl für uns nicht sein. Punkt. 

So. Es konnte losgehen.

Dieser Schlachtplan als Basis war gut, wirklich! 
Das Wichtigste in meinem Leben :-)
Er gab uns Ruhe und Entspannung ins Prioritätensetzen. Es war nicht immer einfach... Manchmal musste dann doch der eine oder andere Wunsch gestrichen werden. Vor allem am ersten Tag, wo ich nicht mehr aus dem Kaffee-Cluster hinaus zu locken war… Als Kaffeetante war ich begeistert vom weltbesten Cappucchino, den ich je gekostet hatte - und ich kriegte ihn sogar in der Large-Version! Sofort sortierte ich meine persönlichen Prioritäten neu und entschied, lieber ein Stündchen im Schatten auf der gemütlichen Holzbank die Leute zu beobachten und genüsslich Kaffee zu schlürfen, als mein Mami in die Pavillons zu begleiten... So ging diese alleine von dannen.

Und etwas Wunderbares geschah: 
Je länger wir diese Form von „flexiblem und toleranten Prioritätensetzen“ durchzogen, umso klarer blieb jede bei sich. Anstatt der anderen aus Nettigkeit kein „Nein“ zu präsentieren, sprachen wir uns sachlich darüber aus, was jede jetzt grad wollte. Und fanden einen Weg, dass jede dies kriegte. Wir begannen diese Klarheit und dieses „zu sich stehen“ immer mehr zu geniessen.

Kaum hatten wir dies im Griff, ging aber gar nichts mehr. Alle Energie war weg. 

Ich war nicht mehr bereit, nur einen Meter mehr zu gehen. Die Müdigkeit schien mir von einer Sekunde zur anderen - ohne Vorwahrnung - bewusst zu werden.

Wie war das schon wieder? Wann wollten wir Menschen das Beamen erfinden? 

Ich wollte nur noch ins Hotel, duschen und mich hinlegen. Und zwar schnell. 

Mir wurde bewusst, dass ich jetzt mit zunehmendem Energieverlust das Risiko erhöhte, unfreundlich zu werden. Aber das hatte weder mein Mami noch ich verdient. 

So setzten wir uns hin und berieten, wie wir (nun, in Gottes Namen ohne zu beamen) am besten vorgehen. Erstmal Pause und ausruhen. So mag sich der eine oder andere gewundert haben, als wir beide uns frech auf den Ruhebänken ausstreckten und ein Powernap reinzogen. Aber die 10 Minuten Dösen bewirkten das ersehnte Wunder: Erfrischt und zufrieden traten wir den Rückweg ins Hotel an.

Stimmung im Marokko-Pavillon
Bewusst bei mir heisst nicht nur, sich klar darüber zu werden, was man braucht und wie man es erhält, sondern auch, sich einzugestehen, dass man es sich Wert ist. Egal wer sich über uns wundert (interessant war, danach die Menschen zu beobachten: Auf einmal fiel uns auf, dass sich auch andere getrauten, sich hinzulegen. Schön, nicht wahr?).

Wo dieser erste Tag für uns beide als anstrengend daher kam, war der zweite einfach wunderbar: Wir wussten schon, wie die ÖV in Mailand funktioniert, wir kannten unsere Expo-Strategie und sagten uns bei jeder Gelegenheit, wie schön wir es haben und wie toll es ist, keinen Attraktionen nacheifern zu müssen. 

Denn die Attraktion sind wir! 
Wie in Oman selber, gell?
Das geniessen jedes einzelnen Momentes mit uns. Ob wir gerade den Folklore-Umzug eines östlichen Landes bestaunten, die orientalischen Düfte im Marokko-Pavillon wirken liessen, die exotischen Klänge und Bilder vom Oman bestaunten, den fruchtig-prickelnden Drink im futuristischen Russland munden liessen, in einem lauschigen Park auf unseren Bio-Italian-Toast warteten oder die fantastisch ausgeklügelte Choreographie von Israels Demonstration bewunderten. 

Jeder Moment war derart glücksergreifend! Weil wir in jedem dieser Eindrücke versuchten, unser Herz zu öffnen, Slow-Motion zu überprüfen und bewusst zu SEIN. 

Und die Summe all dieser wunderbaren, eindrücklichen bewussten Momente hat ein riesiges Glücksgefühl in mir drin erzeugt. 
Auch, jetzt, wo ich wieder daran zurückdenke, wird es erneut aktiviert und verstärkt. Es erweitert
meine Herzgegend und ist riesengross! Vielleicht spüren Sie diese wunderbare Energie auch ein bisschen? Das wäre wunderbar.

Was mich jetzt sehr dringend interessiert, wie Sie es in den vergangenen Tagen - wahrscheinlich auch Ferientage? - mit dem Prioritätensetzen gehandhabt haben. Haben auch Sie "bewusst bei mir"-Momente erlebt? Wie haben diese sich gezeigt? Was haben Sie dafür getan, um diese erleben zu können?

Ich wünsche Ihnen viele weitere „bewusst bei mir“ Momente.

Und vergessen Sie nicht: 

Sie sind "bewusst bei mir", weil Sie es sich Wert sind. Und weil Sie es können.


Herzlich, Chantal Perrinjaquet

Dienstag, 30. Juni 2015

3 Gründe, warum effizientes Prioritäten-Setzen wahrhaftig Wunder wirkt

(Anmerkung: Dieser Text ist anfang Juni in einem meiner Folgemails der kostenlosen Email-Reihe “Wie Sie in 5 Schritten Ihr "Bewusst werden" nutzen, um besser mit Druck umzugehen und sich automatisch abzugrenzen" erschienen. Ich hatte eine wunderbare Resonanz darauf, und deshalb beschlossen, ihn zu veröffentlichen, sowie einen Folgetext, den Sie in einigen Tagen hier lesen können.)

http://www.frauen-im-business.ch/business-formel/

Vielleicht haben Sie es mitgekriegt, dass ich mir Ende April durch einen Sturz vom Bike eine mittelschwere Hirnerschütterung zugezogen habe. Durch diesen Unfall durften mir schon einige „Benefits“ klar werden. Und einen teile ich jetzt mit Ihnen, exklusiv.

Auch ich bin seit fast 10 Jahren (selbständig) im Business tätig und kann zum Thema „Prioritäten setzen“ nicht nur als Businesstrainerin Tipps geben, sondern auch aus dem eigenen “Nähkästchen” plaudern. Einigen von Ihnen habe ich sogar schon in Coaching-Sitzungen oder in Kursen Tipps zum effizienten Zeitmanagement gegeben, welche Sie auch erfolgreich umgesetzt haben.

Können Sie sich vorstellen, dass sich “Dank” meinem Unfall meine Erfahrung in Bezug “effizientes Zeitmanagement” komplett verändert hat? Können Sie sich vorstellen, dass ich nun sogar beschlossen habe, diese neue Erfahrung - wenn ich wieder ganz gesund bin - in meinem Alltag weiterhin umzusetzen? Mir wäre es vor dem Unfall schwer gefallen, mir dies vorzustellen.

Der Beweis dafür ist, dass ich diese Art des Zeitmanagements schon vor einigen Monaten im Buch von Timothy Ferres “Die 4-Stunden-Woche” kennen gelernt habe. (Kennen Sie das Buch? Sehr empfehlenswert). Aber damals ist seine Botschaft leider nicht bei mir angekommen. Ich war sehr zufrieden damit, wie ich meine Zeit und meine Pendenzen organisierte. Ich gestehe: Ich merkte gar nicht, wie ich in eine neue Ära von Bedürfnis hineinrutschte.

Erst jetzt, nachdem ich nun die 3. Woche nach meinem Unfall „20%-Arbeiten“ üben darf, bekommt dies alles eine ganz neue Sichtweise. Und ich garantiere Ihnen: Es ist eine Sichtweise und ein Lernfeld, die ich einbehalten werde. Denn sie bedeuten eine komplett neue Art, meinen Tag einzuteilen und Prioritäten zu setzen.

Dadurch, dass ich während dieser drei Wochen „20%“ tatsächlich nicht in der Lage war, noch mehr zu arbeiten (manche Tage klappte gar nichts), war ich buchstäblich gezwungen, mich jeweils für das Allerwichtigste und gleichzeitig Dringendste zu entscheiden. An einem Tag war es eine Sitzung mit einer Kundin. An einem anderen Tag das Begleiten einer Coach-Absolventin. An einem weiteren Tag das Erledigen von Emails. Alles an einem Tag geht einfach nicht. Ich kriege sofort Schädelschmerzen und starke Schwindelgefühle. Mein Körper zwingt mich richtig dazu, mich für dieses mögliche Zeitfenster für das wirklich Wichtigste zu entscheiden.

Als ich nun Tim Ferris Buch nochmal las, kippte ich fast vom Stuhl, als er folgende Übung empfiehlt (sinngemäss): „Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Herzinfarkt oder einen anderen Befund, der sie dazu zwingt, nicht mehr als 2 Stunden am Tag zu arbeiten. Was würden Sie in diesen 2 Stunden tun? Wofür würden Sie sich entscheiden?“

Plötzlich begriff ich, was er uns Lesern mit dieser Philosophie für ein Geschenk gibt. Leider begriff ich es erst jetzt, mit dem Unfall.

Liebe Businessfrau: Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass auch Sie die wunder-volle Botschaft dieser Übung verstehen und zwar ohne, dass Sie selber einen Unfall oder einen Herzinfarkt kreieren!

3 Gründe, warum effizientes Prioritäten-Setzen wahrhaftig Wunder wirkt:
  • Ich entscheide mich NUR für das Allerwichtigste
  • Der Rest geht wundersamerweise nicht „bachab“! Im Gegenteil. Ich realisiere, dass sich gewisse Dinge sogar von selbst erledigen.
  • Und in der restlichen Zeit lerne ich, mich mit meiner Musse zu beschäftigen…

Ganz ehrlich: Wann widmen Sie sich Ihrer Musse? Wie oft und wie lange im Tag gönnen Sie sich nur Zeit für sich selbst? Gedanken schweifen lassen, die Sonne und die Natur geniessen, meditieren, etwas Kreatives mit Freude und ohne Druck erledigen?

Gemäss Tim Ferris ist es möglich, mit seinem effizienten und neuzeitlichen Timemanagement sogar noch viel mehr zu verdienen, als mit einem 150%-Engagement. Es steckt natürlich noch einiges Mehr an Veränderung dahinter. Aber: Probieren wir es aus! :-) 

Weil wir es uns Wert sind. Und weil wir es können.

(Ich bin gespannt auf Ihre Feedbacks. Teilen Sie sie hier über die Kommentarfunktion. Sie können sicher sein, dass auch andere Ladies dankbar für diesen vielleicht mutigen Schritt sind.)


Herzlich, Chantal Perrinjaquet

Dienstag, 13. Januar 2015

Möge doch endlich was passieren!

Ertappen Sie sich auch immer wieder mal dabei, sich unbewusst zu wünschen, dass von irgendwoher "die grosse Erlösung" oder gar "ein Wunder" kommt? Ich denke, jeder kennt das.

Es hat wohl mit verschiedenen Gründen zu tun, weshalb wir Menschen dies tun. Einerseits könnte es damit zu tun haben, dass wir gerne unbewusst die Verantwortung abgeben und somit meinen, dass von Aussen "etwas passiert" oder Andere "schon etwas tun":

Verantwortung abgeben? - Damit meine ich eines unserer grössten Erben  der vergangen paar hundert Jahre. Wir wurden gelenkt, manipuliert und in Schach gehalten. Von Kirche, Staat, Politik und Wirtschaft. Dass der einzelne Mensch selbständig überlegen und etwas tun kann, durfte nicht sein. Die grossen Instanzen hätten ja ansonsten die Kontrolle und somit die Macht über uns Einzelne verloren. Welche Gefahr, wenn wir selber denken!

Wenn wir lernen, unser selbständiges Denken und Tun abzugeben, geben wir auch die Verantwortung ab. So bekamen wir unser Erbe, dass "Andere" "Schuld" sind. An allem, was gut und schief läuft. Wir haben so gelernt, dass wir immer Gründe im Aussen suchen sollen, wenn etwas gut läuft oder nicht stimmt.  Beim Staaat, der Kirche, dem Wetter, dem Chef, unsere Familie, etc.

So haben wir verlernt, dass die wahre Verantwortung für Veränderung bei uns liegt. Das kann einer der Gründe sein, weshalb wir uns unbewusst gerne  von "Aussen" ein Wunder oder "die Erlösung" wünschen.

Es könnte allerdings auch damit zu tun haben, dass wir innerlich und tief in uns drin unsere wahre Fähigkeit, uns mit dem "Grossen" (Gott, Universum, Buddha, Geistige Welt etc) zu verbinden, erkennen und ein unbewusstes Gebet nach "oben" senden.

Egal welcher Religion, welcher Glaubensrichtung wir angehören; die meisten von uns wissen und glauben, dass etwas "Grösseres" existiert und dies über uns wacht. Egal welcher Religion, welcher Glaubensrichtung wir angehören - in jeder ist traditionell eine Form des Innehaltens, des Gebetes, des Dankens und/oder des "Bittens" vorhanden.

Viele von uns beten oder meditieren noch oder wieder bewusst.  Viele von uns haben es jedoch verlernt. "Beten" ist nichts anderes, als "bitten". Auch in den Lehren der universellen  Gesetze wird auf das bewusste Bitten hingewiesen. Auch zu unserem alten Erbe gehört das Beten, das Bitten. Diejenige unter uns, die es verlernt haben oder es sich wieder  aneignen, dürften sich hin und wieder beim unbewussten Senden eines Wunsches nach "oben" erwischen. Dies bewusst zu tun, gibt die maximale Kraft da hinein.

Es geschehen immer wieder mal "Wunder". Dinge, die von aussen kommen und uns positiv überraschen, bereichern, beglücken! Das ist "wunder-bar". Genuss und Dankbarkeit als Reaktion darauf sind hier sehr angebracht und stossen weitere Wellen für dieses Wunder an. Eine meiner nächsten Blogbeiträge wird darüber mehr berichten. ;-)

Meist jedoch liegt die wahre Macht der Veränderung und des "Erlösens" nur bei uns selbst. In dem Moment, wo wir uns bei einem "unbewussten" Gebet nach oben erwischen, es möge doch etwas passieren, wäre der passende Augenblick vor der eigenen Haustüre zu kehren:

1. Gäbe es etwas, was ICH für diesen Wunsch nach Veränderung tun könnte? Vielleicht habe ich tatsächlich schon einiges in Bewegung gebracht. Vielleicht gäbe es noch mehr, was ich dafür tun könnte? Aufrichtiges Analisieren ist hier von Vorteil.
2. Gäbe es etwas, was ich für die Instanz, von welcher ich die Veränderung erwarte, tun könnte, um sie dabei zu unterstützen? Dies ist natürlich kein selbstverständlicher Akt. Denn wir wären uns ja im Klaren darüber, dass es "nicht unser Problem" wäre, etwas zu tun. Die Bereitschaft jedoch, der Instanz, von der man etwas erwartet, Unterstützung zu bieten, würde einiges an Heilung und Energie ins Fliessen bringen. Wetten?
3. Könnte ich hierzu vielleicht auch meine persönliche innere Haltung verändern, um die Dringlichkeit dieses Wunsches ein wenig zu minimieren? Vielleicht würde damit sogar nicht nur der Instanz, von welcher man Veränderungen verlangt, ein Dienst getan. Nein, nicht nur. Den grössten Dienst würden wir wohl uns selbst tun: Die Veränderung unserer inneren Einstellung könnte uns noch einiges an Ent-täuschungen und somit an Leiden und Sorgen ersparen. 

Dies ist wohl der wertvollste Schritt, gerade wenn es sich um einen Wunsch an eine Instanz handelt, bei welcher wir feststellen, dass die ersten beiden Punkte sauber erledigt sind und wir GAR nichts mehr tun können. Ausser dafür sorgen, dass wir nicht mehr leiden....

Ich wünsche Ihnen von Herzen wenig Leiden und viele wunder-volle Überraschungen!

Herzlich, Chantal Perrinjaquet


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Selbstliebe - ein Egotripp?

Wenn Sie mich ein wenig kennen, wissen Sie, wieviele Feuer ich meist gleichzeitig ob habe. Und ich kann Ihnen sagen; es ist wunderbar! Obwohl es für mich immer wieder von Neuem eine Herausforderung ist, meine Ressourcen und Kräfte gut einzuteilen, macht es tiefe Freude, mehrere Projekte aufs Mal zu betreuen. Was kann ich für mich tun, bevor ich für andere da bin? - Selbstliebe pur.


Im Zusammenhang mit den aktuellen Projekten habe ich in den vergangenen Tagen oft über das Thema "Selbstliebe" nachgedacht, mich mit Menschen um mich herum auch darüber ausgetauscht. Ich stelle fest, wieviele dieses Thema mit einem "Egotripp" gleichsetzen. "Wer bin ich, mich selbst zu lieben? Wer bin ich, diesem Punkt Gewicht zu geben?" ist oft eine Resonanz, eine spontane Reaktion in irgend einer Form.

Nun, ich gebe zu... ich kenne das zu genüge. Und ich denke, den Meisten geht es so, wie es mir jahrelang auch gegangen ist, bevor ich mich ernsthaft und täglich mit meiner eigenen Persönlichkeitsentwicklung befasst habe: Ich wurde zur Bescheidenheit erzogen. Dazu, dass die Bedürfnisse anderer zu erst kommen. Dazu, dass man darüber nachdenkt, was andere wohl über einen denken. Dazu, dass ich nur dann Anerkennung ernte, wenn ich mich komplett und klar ersichtlich für andere "aufopfere" und einsetze. Dann werde ich gemocht! Das gibt einen guten Ruf in der Gesellschaft! Das ist rechtschaffend! "Das ist eine Gute, sie setzt sich so selbstlos für Andere ein!"

Aus dieser Position heraus kann "Selbstliebe" nur als "Egotripp" ankommen, das verstehe ich sehr gut. "Wer bin ich, mich selbst zu lieben? Wer bin ich, mich selbst an erster Stelle zu setzen? So was von egoistisch."

Interessant ist ja, dass der Volksmund hingegen auch sagt, dass "nur wer sich selbst liebt, wirklich lieben kann".  Das ist auch sehr spannend, finden Sie nicht auch? Ich könnte wetten, dass jeder diesen Satz unterschreiben kann. Denn wer sich selbst ablehnt, kann sich kaum öffnen und somit kaum andere oder Anderes lieben.

Mit "lieben" ist hier natürlich das "Annehmen", das "Stehen lassen" gemeint. Zuerst sich selbst anzunehmen bedeutet, auch beim Umfeld toleranter sein zu können. Sich als Basis zum Erkennen von Dingen und Menschen sagen können: "Das oder der ist OK, obwohl ich es anders machen würde."

Gehen wir nun zurück zur "Selbstliebe", ist damit tatsächlich nicht das Polieren des arroganten Egos gemeint, sondern das "Annehmen" seiner Selbst und das "ich finde mich OK".

Wie wichtig dieses Annehmen ist, zeigt sich in derart vielen Dingen, achten Sie mal darauf!
  • Haben Sie auch schon jemandem einen aufrichtigen Gefallen machen wollen - und der konnte ihn nicht annehmen? (Ob dieser Mensch sich selbst wirklich liebt?)
  • Haben Sie auch schon Menschen erlebt, die mit einer Begebenheit hadern - anstatt sie anzunehmen und den Frieden darauf zu legen? (Ob dieser Mensch sich selbst wirklich liebt?)
  • Haben Sie auch schon jemanden gekannt, der nicht verzeihen konnte, was ihm angetan worden ist? (Ob dieser Mensch sich selbst wirklich liebt?) 

Diese Situationen haben gemeinsam, dass die Menschen dahinter in den meisten Fällen Schwierigkeiten haben, sich selbst anzunehmen, sich selbst wirklich zu lieben. "Ich bin ok und Du bist ok", wäre eine wunderbare Basis zur toleranten Öffnung nach aussen. Und wie Sie auch dieser Phrase aus dem Volskmund entnehmen können: Zuerst kommt das "ich"...

Auch bei "nur wer sich selbst wirklich liebt, kann andere wirklich lieben " kommt zuerst das "ich".

Wenn wir ehrlich sind, sollte immer zuerst das "ich" kommen. Gerade bei Menschen, die so funktionieren wie Sie und ich - wir alle sind Dienende und bergen die Gefahr des "Helfersyndroms" in uns drin. Ein Begriff, den allen zugänglich ist: Vor lauter Bestreben, anderen zu helfen, vergessen wir uns selbst. Wir werden krank, unsere Nerven liegen blank und es fällt uns schwer, "nein" zu sagen; oft werden wir ausgenutzt.

Das "ich" darf also zuerst kommen. Besteht denn dann nicht doch die Gefahr, dass wir überborden und derartige Egoisten werden, dass andere darunter leiden müssen?

Ich glaube, hier haben wir genau die Gratwanderung der Definition lokalisiert: Den Unterschied zwischen "gesund und natürlich Selbstliebe zu pflegen" und "egoistisch und arrogant durch die Welt zu gehen"! Letzteren erkennt man nämlich daran, dass ihm egal ist, ob er andere und anderes bei seinem Tun und Lassen verletzt oder umrennt.

Die "gesunde Selbstliebe" rennt niemanden um. Im Gegenteil: Sie sorgt verantwortungsvoll dafür, dass unsere Energie- und Eigenwohl-Tanks aufgefüllt sind, bevor wir uns um andere kümmern. Denn nur dann können wir wirklich für andere da sein! Dann, wenn es auch uns gut geht! Eine gute Bestätigung dazu gibt mir stets folgende Überlebenssituation als Metapher:

Sind Sie auch schon in einem Flugzeug gesessen und haben den Anweisungen des Kabinenpersonals gelauscht? Die erklären einem sachlich die Notfall-Szenarien. Und Müttern, die ihre Kinder mit dabei haben, wir ganz klar gesagt, dass sie im Notfall die Sauerstoffmaske sich selbst zuerst überstülpen. Und erst danach dem Kind. Wem nützt eine Mutter, die zuerst ihr Kind versorgt und danach erstickt?

Wem nützt eine helfende und dienende Person, die dabei oder danach zusammenbricht?

Das Eigenwohl geht vor anderem Wohl - und wir "Helfersyndrömler" können wirklich dienen.

Ich könnte ein ganzes Buch darüber schreiben... möchte jedoch diesen Blogbeitrag jetzt abrunden. Vielleicht machen Sie sich eine Freude, und denken in den nächsten Tagen über dieses Thema vermehrt nach. Vielleicht entdecken Sie noch weitere Vorteile und Aspekte im Zusammenhang mit "Selbstliebe"? Ich würde mich über Ihre Kommentare hier sehr freuen.

Selbstliebe ist die Basis von ALLEM. Es birgt die Heilung für uns und dann auch für andere in sich. Und somit auch für unser Miteinander. Lassen Sie uns JETZT bewusst damit beginnen!

Überlegen Sie: 
Wann kann ich mir als nächstes etwas Gutes tun? Tun Sie es! Und geniessen Sie es. :-)



Herzlich, Chantal Perrinjaquet